working on G. Scelsis (1905-1988) music

new release : Rito

Cd Besprechung Giacinto Scelsi, Pranam I+II, Khoom a.o. by Stefan Drees




Pranam I, Khoom a.o. works for voice and ensemble, telos 2014




In 1988 I began to travel to Rome regularly to work with Michiko Hirayama. After a while she proposed to me to start the work on Scelsis solo pieces, which most of them she premierred. I was impressed by the way she had contributed to this music. Another striking thing for me was that these pieces originally were improvised and then transcribed not by Scelsi himself. What does this mean for the interpretation ?  In 2001 I had the opportunity to listen in the Scelsi foundation in Rome to Scelsis improvisations on the ondiola. The information for their interpretation is surprisingly scarce. I consider this a chance to develop different ways of interpretations.

In 2005 I released a Solo CD with some of the cycles for solovoice called Incantations. I have also performed Scelsis Ensembleworks for voice and instruments, Pranam I and Khoom with Klangforum Wien and with Ensemble Phönix Basel. Listen to some extracts.



Incantations, New Albion



Every once in a while a piece of music comes into your sphere of listening and you wonder how in the world this stuff ever came into being and how you ever missed it. This CD of microtonal voice compositions is possibly one the most intense yet strangely static experiences that have come my way in a long while....The music on this disc is sparse in its execution, being primarily performed by a single voice with the addition of a second on tape for four out of the 13 tracks. This austerity manages to intensify the experience to the point of an almost spiritual level, but at the same time is as ecstatic and pagan as any good orgy. As an insight into the scope of microtonality, it is invaluable as some of the pieces are literally based on one note...  Sheer brilliance! 

Nilan Perera, Exclaim, Toronto Dec 2006








An den Vokalzyklen Giacinto Scelsis (1905-1988) arbeiten


1988 begann ich in regelmässigen Intervallen nach Rom zu reisen, um Stunden bei Michiko Hirayama zu nehmen. Nach ein paar Jahren schlug sie mir vor, an Scelsis Solozyklen für Stimme zu arbeiten, von denen sie fast alle uraufgeführt hat. Ich war beeindruckt, wie massgeblich sie an der Entwicklung dieser Musik beteiligt war. Daß diese Musik ursprünglich von Scelsi improvisiert wurde und die Transkription nicht von ihm selbst stammt, weckte ebenso mein Interesse. Was bedeutet das für die Interpretation ? Nachdem ich 2001 die Tonbänder der Improvisationen Scelsis auf der Ondiola gehört hatte, war ich um so mehr davon überzeugt, daß diese Musik auf unterschiedliche Arten von einer Stimme übersetzt und interpretiert übersetzt werden kann, auch in Bezug auf die Lautierung.

Ausschnitte meiner Interpretationen sind hier zu hören.



Schweizer Radio DRS “Scelsi - Genie oder Scharlatan”, ein Gespräch von Corinne Holtz mit Marianne Schuppe und Fred van der Kooij.


Publikation Die doppelte Stelle, Sprechen und Singen in der Musik Giacinto Scelsis veröffentlicht in Verkörperungen, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, preprint 416, André Blum et al. [Hrsg.], 2011 und im Buch “Verkörperungen” Akademie Verlag, 2012



Was Marianne Schuppe ...in puncto stimmlicher und emotionaler Intensität leistet, ist phänomenal: Indem sie die Klänge und Laute wie einen Tonklumpen mit ihrer Stimme bearbeitet, rückt sie die skulpturhaften Qualitäten in den Vordergrund. In ihrer Interpretation von Sauh I-IV (1973) wird das Zusammenwirken von Stimme und ein- bis dreifachen elektronischen Stimmzuspielungen zu einem immer dichter und plastischer gearbeitetem Klangband, das dennoch aufgrund der nuancierten Farb-und Artikulationsgebungen im Inneren flexibel bleibt. Erstaunlich ist auch, was die Sängerin aus den Zyklen Taiagarù (1962) und Hô (1960) herauszuholen versteht, indem sie ganz bewusst die zerklüfteten Atembögen artikuliert und ihnen einen kraftvollen Anstrich verleiht, der auch viel dazu beitragen könnte, die mystifizierenden Klischees über Scelsis Komponieren auszuräumen.


Stefan Drees / positionen, 8/2006

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