Zwischen zwei Sprachen liegt ein Raum. Zwischen Sprache und Musik liegt ein Raum. Und zwischen dem Lesen, bzw. Hören und dem Schreiben liegt Zeit. Übersetzen ist das Setzen der eigenen Worte bzw. Zeichen in Bezug auf. Es gibt also eine Verbindlich-keit, für die ich mich entscheide, egal ob die Übersetzungen nah am Original liegen oder weit davon weg zu gehen scheinen. 
Über-setzen von wo nach wo ? 
Von welchem Ufer setze ich mich ab und welchem Ufer trage ich etwas zu ? Hier wird nichts transportiert. Hier begebe ich mich zwischen die Sprachen. 
Meine Texte entstanden aus der Wahrnehmung der Airs und Brunettes von Hotteterre. Im Lesen, Sprechen, Singen und Hören. In dem Sinne, wie alles Gegebene immer wieder neu gehört werden muß, damit es gehört wird und zu Gehör kommt, sich also in der Wahrnehmung neu hervorbringt, um zu sein. 

(Programmnotiz anlässlich des Projektes "Hochland-Übersetzungen" mit Sarah Giger, Traversflöte und Balts Nill, Percussion mit Musik von Jacques Hotteterre, Hans-Jürg Meier und Improvisationen) 

Februar 2009